ERFAHRUNGSBERICHTE

Jan F.

Oberstabsgefreiter d. R.

3 cups

Flour

Martin M.

Obergefreiter d. R.

"Nic" S.

Stabsgefreiter d. R.

1½ cups

Butter

Einblicke ins III. Bataillon

In dieser Rubrik stellen sich einige unserer Kameraden vor und geben greifbare Einblicke in den Reservedienst im III. Bataillon.

Martin M., OG d. R.: "Das III. Bataillon hat mich mit offenen Armen empfangen, kurzum: Ich fühle mich dort wohl!“


Was hast du in deiner aktiven Dienstzeit gemacht?

Meine aktive Zeit ist schon etwas her ... 1994 – 1995. Zuerst im I./ LwAusbRgt Budel / NL und danach bei der Luftwaffensicherungsstaffel am Flughafen Köln Porz Wahn.

Das Aufgabenprofil war klassisch das der Infanterie: Jagdkampf, Spähtrupp, Orts- und Häuserkampf, scharfes Schießen, Objektschutz, Wachausbildung, Märsche, abgerundet durch sportliche Events wie regelmäßiges Training auf der Hindernisbahn nebst Seilbahn und viel Laufsport.

Highlights waren nächtliche Gefechtsübungen (Staffel in der Verteidigung), das Übersetzen mit Zodiacs über den Rhein, Teilnahme bei der internationalen Militär-Patrouille in NL, der einwöchige Besuch des Truppenübungsplatzes in Daaden / Westerwald inkl. scharfen Schießens mit Panzerfaust sowie der Einsatz scharfer Handgranaten. Wieso hast du dich danach für die Reserve entschieden?

Immer wieder habe ich mit dem Gedanken gespielt mich der Reserve anzuschließen, der Impuls dazu kam das aus dem privaten Umfeld: Ein Reserveoffizier hat mir den Gedanken schmackhaft gemacht und mich als Gast zu einer DVag eingeladen, seit dem bin ich gerne dabei und nehme (fast) immer teil; logischerweise folgte die Beorderung.

An der Reserve reizt insbesondere, die vorhandenen Kenntnisse aufzufrischen und zu vertiefen, neues Wissen zu erlangen sowie der Austausch und das Zusammenleben mit den Kameraden. Durch die verstärkt positiven Eindrücke und Erfahrungen betreibe ich auch in irgendeiner Form Werbung für die Reserve, hier sehe ich mich förmlich als Bürger in "temporärer" Uniform und somit als Bindeglied zwischen den aktiven Soldaten und der Gesellschaft. Was macht das III./ für dich aus und warum würdest du es anderen empfehlen?

Die Ausbildungsinhalte, im Schwerpunkt der infanteristische Objektschutz, werden modular, sinnstiftend und kommunikativ vermittelt. Altes Wissen wird aufgefrischt, Neues vermittelt und in regelmäßigen Abständen wiederholt, wodurch Mängel abgestellt werden; und das ist gut so!

Insbesondere die Nachbesprechungen auf Augenhöhe nähren meines Erachtens das Zusammengehörigkeitsgefühl: Die vorgesetzten Offiziere diskutieren offen, sind interessiert am Feedback sowie an Wahrnehmung bzw. Sicht der Teilnehmer auf die Dinge und akzeptieren konstruktive Kritik – „sachlich und fair“, lautet hier die Devise.

Das III. Bataillon hat mich mit offenen Armen empfangen, kurzum: Ich fühle mich dort wohl. Ganz besonders möchte ich die außerordentlich gelebte Kameradschaft hervorheben. Wir wertschätzen uns gegenseitig und geben aufeinander acht, helfen uns - selbstverständlich - kameradschaftlich, fast schon familiär.

Einmal kam ich im strömenden Regen als Beifahrer eines PKW´s vor der Unterkunft an und ein - mir bis dato unbekannter - Kamerad kam aus dem behaglichen Trockenen heraus und half mir beim Tragen der Ausrüstung - unaufgefordert wohlgemerkt. Getreu dem Motto: "Semper Communis". Dieses Erlebnis hat sich tief in mein Gedächtnis eingeprägt.

Mein Antrieb ist das Engagement der Kameraden, der Wille und die Disziplin, den Auftrag und die jeweiligen Ausbildungsinhalte vollumfänglich ausführen und umsetzen zu können. Die Entbehrungen, die ein jeder aus dem III./ freiwillig auf sich nimmt -manche haben eine 800km-Anreise mit dem eigenen PKW- das nötigt mir Respekt ab.

Wir sind alle nicht perfekt und es bleibt immer noch Luft nach oben. Aber es motiviert mich, steigert mein Verlangen mich zu verbessern.

Positiv finde ich auch, dass wir zunehmend durch Kameradinnen verstärkt werden!




Jan F., OSG d. R.: "Das III. Bataillon leistet einen realen Beitrag zur Entlastung der aktiven Truppe"


Was hast du in deiner aktiven Dienstzeit gemacht? Ich wurde im Sommer 1995 als Grundwehrdienstleistender eingezogen. Nach der Grundausbildung in Budel (Niederlande) kam ich zur Luftwaffensicherungsstaffel in Freising, nördlich von München. Der Objektschutz war damals noch dezentral organisiert, fast jeder Luftwaffenverband hatte seine eigene Sicherungsstaffel. Die infanteristische Tätigkeit gefiel mir so gut, dass ich mich für vier Jahre verpflichtete. Ich wurde als stellvertretender Gruppenführer und Ausbilder eingesetzt und nebenbei noch zum Scharfschützen weitergebildet, seinerzeit noch am G3 mit ZF. Die sehr abwechslungsreiche Arbeit zwischen Übungsplatz, Schießbahn und Unterrichtsraum wurde eigentlich nie langweilig, weshalb mir der Abschied 1999 schon schwer gefallen ist. Wieso hast du dich danach für die Reserve entschieden? Ich habe mal irgendwo gehört „Soldat ist man entweder für den Rest des Lebens, oder man ist nie einer gewesen“. Da ist schon was dran! Die ersten paar Jahre nach dem Ausscheiden hatte ich den Kopf woanders (Lehre, Job, Familie, Studium…), das geht wohl jedem so. Aber dann hat es mich stark zurückgezogen, mir hat wirklich etwas gefehlt. Dass ich dem Land als Reservist zur Verfügung stehen würde war ja ohnehin klar, selbstverständliche Bürgerpflicht. Ich wollte aber mehr als nur ein wenig Schlauchbootfahren und Pokalschießen, ich wollte anspruchsvolle Ausbildung, Gefechtsübungen, das volle Programm! Nach erfolgloser Suche „in der Nähe“ klopfte ich mal beim Objektschutzregiment an, und wurde mit offenen Armen empfangen. Beordert, eingekleidet, gleich zur ersten Übung eingeladen. Militärische Heimat gefunden! Was macht das III./ für dich aus und warum würdest du es anderen empfehlen?

1. Hier passiert was!

Das III. Btl des ObjSRgtLw ist keine nur auf dem Papier existierende Reserveeinheit voller Karteileichen, sondern hier wird wirklich etwas geboten. Regelmäßige Ausbildungswochenenden (mindestens 1x pro Quartal) plus Zusatzveranstaltungen bieten hochwertige Themen – neues Schießausbildungskonzept, aktuelles Konzept Häuserkampf, Einsatzerfahrungen zur Verwundetenversorgung, Kampf gegen irreguläre Kräfte, um nur einige wenige Punkte zu nennen. Eben mehr als nur Schlauchbootfahren, Scheibenschießen und Sechskilometermarsch. Zudem inhaltlich am Puls der Zeit, hier wird nicht der Stand von 1985 aufgefrischt, hier fließen Einsatzerfahrungen der aktiven Kameraden ein, hier muss man offen sein für neues, hier lernt auch ein gestandener Veteran noch etwas.

2. Die tun was!

Das III. Btl bespaßt sich nicht nur selbst, sondern leistet einen realen Beitrag zur Entlastung der aktiven Truppe – beispielsweise alle zwei Jahre in Berlin, zur Internationalen Luftfahrtausstellung. Das Objektschutzregiment hat hier den Auftrag zur Bewachung und Sicherung des Bundeswehranteils der Air Show, und dies wird ganz wesentlich durch das III. Btl geleistet (bislang stets zur vollsten Zufriedenheit, möchte ich nicht ohne Stolz hinzufügen!), so dass die aktiven Staffeln sich auf Ausbildung und Einsatz konzentrieren können.

3. Man kennt sich und man schätzt sich!

Kann echte Kameradschaft entstehen, wenn man sich nur ein paar mal im Jahr sieht? Ja, das erlebt man hier. Bekannte Gesichter, der harte Kern, man kennt die Jungs (und ein paar Mädels), man weiß wer was kann und freut sich über Neuzugänge. Besonders wichtig: auch die Vorgesetzten kennen und schätzen ihre Soldaten, wissen zu würdigen dass man freiwillig seine Freizeit opfert und nehmen auch deine Fähigkeiten wahr. Ich lebe in München, aber für diese Truppe fahre ich regelmäßig über 800 km bis Friesland, denn es lohnt sich. Semper Communis!




"Nic" S., SG d. R.: "Von der Theorie über die Praxis bis zur Gefechtsübung durchlaufen wir alles gemeinschaftlich"


Wann und wo war deine aktive Dienstzeit?

Im Anschluss an die dreimonatige allgemeine Grundausbildung wurde ich in meine Stammeinheit versetzt, in der ich meine gesamte zukünftige Dienstzeit verbringen sollte. Dort angekommen wurden mir weiterführende allgemeinmilitärische Kenntnisse und Fertigkeiten nähergebracht sowie die Waffen- und Schießausbildung vertieft. Die Ausbildung schloss auch Inhalte mit ein, für die man schlussendlich den Status „Combat Ready“ erhielt.

Zum Soldaten auf Zeit ernannt und eingesetzt als stellvertretender Gruppenführer in einem Infanteriezug, verbrachte ich so mein erstes Dienstjahr. Im darauffolgenden Frühjahr wurde mein Interesse für einen neu aufzustellenden Scharfschützenzug geweckt. Dort sollten alle, bisher auf die Züge verteilten Scharfschützentrupps, zusammengefasst werden, um eine einheitliche und regelmäßige Ausbildung zu garantieren.

Ich bestand die dortige Vorauswahl sowie den anschließenden Lehrgang und verbrachte von da an noch weitere sieben nennenswerte Dienstjahre in dieser fordernden Verwendung. Wieso hast du dich danach für die Reserve entschieden?

Gegen Ende meiner achtjährigen Dienstzeit wurde mir bewusst, dass ich noch längst nicht mit allem abgeschlossen hatte. Sämtliche Belange meines Dienstes interessierten mich weiterhin sehr und so wollte ich nicht einfach einen Schlussstrich ziehen, allem beim Dienstzeitende lebe wohl sagen. Mit mir gehen ja auch einige Jahre an militärischem Wissen und Erfahrung verloren, in die ich, um sie zu erwerben, so einiges an Blut und Schweiß investiert habe. Auch wenn es hochtrabend klingt, so denke ich, wäre ein vollkommendes Ausscheiden meinerseits eine Verschwendung von Ressourcen. Außerdem habe ich Spaß am infanteristischen Dasein. Wenn ich schon nicht weiterhin im Dienst bleiben kann, wieso meine noch vorhandenen Kompetenzen nicht auf anderem Wege zur Verfügung stellen und an der richtigen Stelle einsetzen?

Auf der Suche nach einem zufriedenstellenden Kompromiss zwischen der voraussichtlichen zivilen Anstellung und meiner Freiwilligkeit in der Bundeswehr, machte mir mein damaliger Zugführer den Vorschlag, mich beordern zu lassen, um somit auf einem Spiegeldienstposten auch zukünftig Bestandteil meiner Teileinheit zu bleiben. In Absprache mit mir könnte er mich auf diesem Weg regelmäßig zu dienstlichen Veranstaltungen und Übungen heranziehen, womit ich in der mir vertrauten Umgebung in Übung gehalten würde. Meiner noch aktiven Zugführung erschien diese Aufgabe aber wohl zu arbeitsaufwändig und komplex, weshalb an ein Üben in wiederkehrenden Abständen nicht zu denken war. Und an diesem Punkt erzählte mir ein ehemaliger Kamerad eher beiläufig, ich solle mich doch einfach mal beim III./Objektschutzregiment melden …

Wie lange bist du schon im III. Bataillon und was gefällt dir hier?

Das Objektschutzregiment „Friesland“ ist jedem Objektschützer ein Begriff. Das III. Bataillon als Ergänzungstruppenteil war mir aber neu. Doch war es für mich naheliegend einfach mal eine Bewerbung an die Heimat des Dienstbereiches Objektschutz zu senden. Dort bin ich mittlerweile fester Bestandteil, im eigens für uns Reservisten aufgestellten Bataillon und treffe mich mit vielen anderen Kameraden, spätestens alle drei Monate. Es erwarten uns regelmäßige Ausbildungsvorhaben zu verschiedenen militärischen Bereichen. Alle Abschnitte bauen logisch aufeinander auf, wobei jedes Jahr einem neuen Hauptthema gewidmet wird. Von der Theorie über die Praxis bis zu einer letztendlichen Gefechtsübung durchlaufen wir dann alles gemeinschaftlich.

Mit alten Bekannten aus dem Regiment, aber auch mit Freiwilligen anderer Verbände wie der Jägertruppe, der Marinesicherung oder auch dem Wachbataillon. Für mich ist dies ein Wiederanknüpfen an Altbekanntes und Vertrautes. Die Regelmäßigkeit bringt mir ein routinierteres Arbeiten an Waffen und Material zurück, die ich nach meinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst vermisst habe. Dort bin ich in der Lage mein Wissen erneut aufzufrischen oder auch auf Lehrgängen zu erweitern.

Das alles unter dem Aspekt der kameradschaftlichen Zusammenarbeit, über alle Dienstgradgruppen hinweg.