Taschenkarte I zum Schwerpunkt Kampf und Einsatz in urbanem Umfeld ausgegeben

Aktualisiert: 10. März 2019


Im Nachgang zur Erstausbildung von Kampf und Einsatz in urbanem Umfeld wurden die wesentlichen Inhalte in einer Taschenkarte festgehalten und im Rahmen der Gefechtsübung an die Teilnehmer ausgegeben.

Um dem neuen Konzept der Tiefenausbildung im III./ nachhaltig Rechnung zu tragen, wurden im Rahmen der Gefechtsübung 08/18 Taschenkarten an die Soldaten ausgegeben. Neben infanteristischen Grundfertigkeiten informiert der "faule Knecht" schwerpunktmäßig über die Vorgehensweise des Kampf und Einsatz in urbanem Umfeld für die Luftwaffensicherung. Dies war an der Veranstaltung im Mai Kernausbildungsinhalt.

Orts- und Häuserkampf (engl. MOUT für Military Operations in Urban Terrain) gilt weithin als Königsdisziplin in der Infanterie. Dabei ist MOUT nicht gleich MOUT; das Vorgehen spezialisierter Kräfte (z.B. Fallschirmjäger mit Erweiterter Grundbefähigung, kurz EGB) kann sich teilweise von dem klassischer Infanterie (z.B. Jäger) unterscheiden. Auch der infanteristische Objektschutz ist keine Ausnahme.

Aufgrund seines individuellen Einsatzrahmens und Aufgabenspektrums innerhalb (oder nahe) eigener militärischer Anlagen muss der Soldat der Luftwaffensicherungstruppe besonders infrastruktursensibel handeln: "Systematisches Vorgehen" ist das Stichwort, in dem z.B. unkontrollierte Feuerstöße vor dem Betreten von Räumen mehr die Ausnahme als die Regel bilden.


"Das Konzept, das uns die einsatzerfahrene Ausbildungsstaffel des Objektschutzregiments im Vorgriff auf die Stationsausbildung des III./ vermittelt hat, ist für viele ein kompletter Tapetenwechsel", so Hauptmann S., Ausbilder und Zugführer im III./. Das am System "Close Quarter Combat" angelehnte, aber für den deutschen infanteristischen Objektschutz angepasste Konzept setzt auf Präzision und einer eher polizeilichen Zugriffsart (sofern die Lage dies zulässt). Gebäude werden in Trupps, in denen die Rollenverteilung dynamisch wechseln kann, systematisch durchsucht und Räume werden zur Reduzierung der Eigengefährdung vor Betreten mit der Waffe eingesehen. Nur im Falle klar erkannter Feindbedrohung erfolgt die Feuereröffnung, um empfindliche Punkte und damit die Auftragserfüllung der Luftwaffe nicht zu gefährden.


Um mit den anspruchsvollen Neuerung schneller und nachhaltiger vertraut zu werden, haben die seit Mai 2018 eingesetzten Hauptausbilder S., D. und B. eine 20-seitige Taschenkarte für das III./ entworfen, das im Rahmen der Gefechtsübung an die Teilnehmer ausgegeben wurde und auch in Zukunft verteilt werden soll. Alle wesentliche Inhalte, wie Annäherung, Entfaltungsformen, Kommandos und Vorgehen bei unterschiedlichen Öffnungen, sind mit aussagekräftigen, schematischen Bildern und knappen Textpassagen erklärt.

"Damit konservieren wir unser Wissen", erklärt Leutnant B. Auch für das Schwerpunktthema des nächsten Jahres soll es eine separate Taschenkarte geben, lässt Hauptmann D. verlauten.


Das III./ dankt der Ausbildungsstaffel für die tatkräftige Unterstützung am Ausbildungswochenende im Mai 2018. Semper communis!


(AB)


© III./Objektschutzregiment der Luftwaffe